Fledermäuse

Die heimlichen Jäger der Nacht

BechsteinfledermausFledermäuse haben in der europäischen Mythologie seit alters her einen eher schlechten Ruf, der selbst in unserer modernen Zeit noch immer nicht ganz ausgeräumt ist. Schon vor 2000 Jahren schrieb im alten Rom Divus Basilius: “Die Natur der Fledermaus ist mit der des Teufels blutverwandt.“ Auch die Bibel zählt die Fledermaus zu den unreinen Vögeln, welche nicht gegessen werden sollten. Als ein Mitteltier zwischen dem Vogel und der Maus beschrieb 1581 der Naturforscher Konrad Gesner die Fledermaus. Nicht zu verachten sind auch die schaurigen Erzählungen um den Grafen Dracula. Schon deutlich besser ergeht es ihr in der Johann Strauß Operette „Die Fledermaus“ von 1874. Seit dem 19. Jahrhundert erlangte man immer mehr Kenntnisse über diese seltsamen Flieger. Heutzutage wirbt die Automobilindustrie sogar damit, die Orientierungsfähigkeiten der Fledermäuse bei völliger Dunkelheit zur Sicherheit der Fahrer zu imitieren.

MausohrDie Fledermäuse, die uns heute umgeben haben ihr Aussehen seit mehr als 60 Millionen Jahren kaum verändert. Das ist ein Zeichen ihrer erfolgreichen Nutzung der nächtlichen Jagd und dem guten Schutz vor allerlei Feinden, in den engen Spalten oder Höhlen. Sie sind die einzigen Säugetiere, die aktiv mit ihren Händen fliegen könne. Mit Hilfe ihrer extrem empfindlichen Echoortungsvermögen auf Ultraschallbasis kann eine Wasserfledermaus z. B. 60.000 Mücken während eines Sommers fangen und das alles bei völliger Dunkelheit nur mit Hilfe ihrer Ohren.

AbendseglerDie 15 in der Leinemasch heimischen Fledermausarten ernähren sich ausschließlich von Insekten und müssen während der nahrungslosen Winterzeit einen Winterschlaf von Oktober bis April halten. Als wandernde Wildtiere fliegen sie zwischen den Sommer- und Winterquartieren zum Teil mehrere tausend Kilometer durch Europa. Ab Mai versammeln sie die Weibchen in den so genannten Wochenstubenquartieren, in denen sie dann im Juni ihr Junges gebären und aufziehen. Da Fledermäuse Wärme liebende Wesen sind, halten sie sich immer in den Verstecken auf, in denen das Mikroklima am idealsten für sie ist. Das hat zur Folge, dass sie manchmal, in Abhängigkeit von der Witterung, mehrmals innerhalb einer Woche ihr Quartier wechseln, aber trotzdem als Quartier treue Bewohner über Jahrzehnte immer wieder in dieselben zurückkommen. Nach nur sechs Wochen sind die Flederkinder nahezu ausgewachsen und flügge. Die Mutter zeigt ihnen dann ihren Lebensraum und gelegentlich fliegt auch schon mal eine kleine Fledermausinvasion nachts versehentlich in eine Wohnung ein. Doch schon bald wollen die ungebetenen Gäste durch weit geöffnete Fenster wieder fort. Zur Paarungszeit im September locken die Männchen mit ihren Gesängen die Weibchen in ihr Paarungsquartier. Mehr als zehn Weibchen zählen hier zu seinem Harem. Anschließend beginnt der Flug zu den frostfreien Winterquartieren in Höhlen, Baumhöhlen, Gebäuden, Kellern, Tiefgaragen und U-Bahntunneln. Ein Höchstalter von 36 Jahren konnte an einer beringten Fledermaus festgestellt werden. Doch Katzen, Marder, Eulen und andere Raubvögel versuchen immer wieder den heimlichen Jägern nachzustellen.

In Laatzen und Umgebung finden unsere Fledermäuse mit der Leinemasch und den zahlreichen Gewässern großzügige Jagdgebiete. Doch haben die Fledermäuse einen Aktionsradius von ca. 40 km um ihr Quartier, so dass es nicht nur Laatzener Fledermäuse hier zu beobachten gibt. Trotzdem gilt auch hier zum Schutze der Fledermäuse: Erhaltung von Feuchtgebieten, Vernetzung der Landschaft durch Hecken und Feldgehölze, Erhaltung von Altholzbeständen und Totholz, Erhaltung und Schutz von Fledermausquartieren, damit wir auch unseren Kindern noch die kopfüber hängenden Flatterer an unseren Häusern zeigen können. Schon seit 1936 stehen Fledermäuse in Deutschland unter Schutz. Sie gehören inzwischen zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. So gibt es seit den siebziger Jahren keinen niedersächsischen Nachweis mehr der Kleinen Hufeisennase. Allerdings wurden in den vergangenen 15 Jahren in Europa schon zwei bisher unbekannte Fledermausarten entdeckt.

Weiterführende Links:

Ausführliche Informationen
Alles zur Internationalen europäischen Nacht der Fledermäuse
Weitreichende Informationen
Kompakte Informationen
Alles über Fledermäuse
Die Kinderseite zum Thema Fledermäuse

Fotos: Archiv NABU Niedersachsen (3)

 

 

Newsletter

Wir halten Sie auf dem Laufenden über Veranstaltungen und Aktionen.

Soziale Medien

Folgen Sie uns!

Card image cap

Kontakt

NABU Gruppe Laatzen e.V.
Naturschutzzentrum "Alte Feuerwache"
Ohestraße 14
30880 Laatzen / Grasdorf

Tel.: 05 11 / 87 90 110
E-Mail: info@nabu-laatzen.de

Anfahrt