Moorbläuling

MoorbläulingDer europaweit geschützte Moorbläuling (Maculinea nausithous) gehört in Laatzen zu den herausragenden Tagfaltern. Die nächsten Vorkommen gibt es erst wieder im Landkreis Northeim. Obwohl der Falter zu den Bläulingen zählt, erscheint er im Flug eher schwärzlich und wenn er sitzt unscheinbar braun.

Grössere Berühmtheit hat er durch seine aussergewöhnliche Lebensweise erlangt, vor allem durch die Symbiose mit Ameisen. Die Raupen leben anfangs in den Blüten und Früchten des Großen Wiesenknopfs, später im Bau von Ameisen, wo sie sich räuberisch von deren Larven ernähren. Umgekehrt erhalten die Ameisen ein Sekret von den Raupen.

MoorbläulingGeeignete Biotope sind z.B. Feuchtwiesen und Grabenraine mit Beständen der Nahrungspflanze. Das Bläulingsvorkommen in Laatzen wird seit 1988 von den Naturschutzbehörden betreut und in Zusammenarbeit mit Landwirten gepflegt. Der NABU Laatzen hat dabei ebenfalls schon fleißig mitgeholfen (1996 - 1999) und steht bei personellen Engpässen, sozusagen als Reserve, weiterhin zur Verfügung. Die Populationsgröße schwankt und reicht von unter 20 Faltern in ungünstigen Jahren bis über 100 Faltern in günstigen Jahren.

MoorbläulingZu den besonderen Aufgaben für die Zukunft zählt die Entwicklung neuer Biotope. Dies kann am besten durch Ankauf von Flächen erfolgen, die in der Nähe der aktuell besiedelten Grabenraine liegen und zu Feuchtwiesen entwickelt werden. Dies erfordert viele Gespräche und Verhandlungen, denn die potenziellen Habitate liegen in der Ackerlandschaft östlich der Siedlungsgebiete von Laatzen. Die Böden sind fruchtbar, so daß die Landwirte die Flächen überwiegend selber nutzen wollen und darüber hinaus Bemühungen zur Wiedervernässung auch im Umkreis der eigenen Flächen ablehnen.

Die Versuche, den Moorbläuling entlang der Gräben auszubreiten, waren - im Gegensatz zum Schutz der aktuellen Habitate - nicht sehr erfolgreich. Vor allem bauliche Maßnahmen zur Befestigung der Wege und Gräben sowie unplanmäßige Pflegemaßnahmen machten die Anfangserfolge schon mehrfach zunichte. Da man bei der Biotopentwicklung experimentieren muß, sind die Beteiligten mit ständig veränderten Situationen konfrontiert und dies erschwert eine erfolgreiche Umsetzung. Der Ankauf von Flächen von Naturschutzseite bietet den Vorteil, daß es sich bei den Biotopen nicht - wie bei den Acker- und Grabenrainen - um ein „Nebenprodukt“ handelt, sondern daß sie einzig und allein der Natur vorbehalten sind und entsprechend entwickelt werden können.

Fotos: Michael Werner (1), Ulrich Lobenstein (2)

 

 

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